Battert: Steuergelder für Klettern?

Battert Baden-Baden: Steuergelder für Klettern? | Assaggi-Weinhandel

Battert Baden-Baden: Steuergelder für Klettern?

Der Battert bei Baden-Baden gilt als eines der bekanntesten Klettergebiete im Schwarzwald. Für Klettervereine ist er ein Symbol sportlicher Freiheit, für die Stadt ein Tourismusmagnet. Doch in Zeiten knapper Haushaltskassen stellt sich die Frage: Warum sollten Steuerzahler die Instandhaltung eines Freizeitgebiets finanzieren, wenn gleichzeitig bei Kindergärten, Schulen und sozialer Infrastruktur gespart wird?

Baden-Baden unter Haushaltssperre

Die Stadt Baden-Baden hat 2024 eine Haushaltssperre verhängt. Investitionen werden verschoben, freiwillige Leistungen gestrichen. Eltern beklagen steigende Gebühren und veraltete Gebäude in der Kinderbetreuung. In dieser Situation wirkt die Forderung nach öffentlichen Mitteln für Kletterrouten wie ein Luxusproblem.

Wer zahlt – wer profitiert?

  • Steuerzahler: Sie tragen die Last über den kommunalen Haushalt – ob sie klettern oder nicht.
  • Kletterer: Profitieren direkt von gepflegten Routen, zahlen aber bislang keine speziellen Nutzergebühren am Battert.
  • Vereine: Verweisen auf „Naturverträglichkeit“, übernehmen jedoch nur in Teilen freiwillige Aufgaben. Verbindliche Kostenbeteiligungen sind nicht transparent.

Hypothetisches Szenario

Nehmen wir an, die Stadt müsste jährlich nur 50.000 Euro für Pflege, Haken und Wege am Battert aufbringen. Das klingt überschaubar. Doch im gleichen Haushalt fehlen bereits Mittel für Kindergärten oder Schulsanierungen. Welche Priorität sollte höher bewertet werden – Bildung und Betreuung für alle Kinder oder Freizeitinteressen einiger Kletterer?

Das Naturschutzgebiet Battert

Der Battert ist seit 1981 Naturschutzgebiet. Doch in vielen Vereinsmitteilungen wird weniger über ökologische Belange, sondern primär über Zugänglichkeit für Kletterer gesprochen. Naturschutzorganisationen wie NABU oder die LUBW weisen hingegen auf die Sensibilität von Uhu und Wanderfalke hin – Arten, die gerade am Battert vorkommen.

Fragen, die gestellt werden müssen

  1. Warum existiert keine transparente Aufstellung, wie hoch die öffentlichen Kosten für den Battert wirklich sind?
  2. Warum wird nicht geprüft, ob Kletterer oder Vereine über Nutzungsgebühren oder Spenden den Hauptteil tragen sollten?
  3. Warum fehlen in Vereinsverlautbarungen oft ökologische Argumente, wenn es um Sperrungen oder Instandhaltungen geht?

Fazit

Solange Baden-Baden eine Haushaltssperre hat und Familien für Kindergartenplätze tiefer in die Tasche greifen müssen, ist die Forderung nach Steuergeldern für Kletterrouten am Battert schwer vermittelbar. Wer Prioritäten setzen muss, sollte zuerst die Basisversorgung sichern – und dann über Freizeitangebote sprechen.

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