Badener Wand – Warum DAV-Argumente gegen Schutz versagen
Badener Wand – Warum die Argumente des DAV nicht tragen
Der Deutsche Alpenverein (DAV) präsentiert sich gern als Partner für den Naturschutz. In der Debatte um die Badener Wand im Battert versucht er, den Eindruck zu erwecken, dass ein Ganzjahresschutz für den Wanderfalken nicht notwendig sei. Doch bei genauer Prüfung werden die Argumente schwach – und widersprüchlich.

Kein Beweis für Uhu-Prädation
Der DAV verweist auf den Uhu (Bubo bubo) als Hauptursache für den geringen Bruterfolg der Wanderfalken. Doch: Es gibt keine Beweise am Battert. Weder Knochenfunde in Nestern noch Kameraaufnahmen oder Augenzeugen bestätigen ein solches Ereignis. Studien belegen zwar, dass Uhus gelegentlich Wanderfalken erbeuten (Lindner et al. 2018), doch für Baden-Baden ist dies nur eine Hypothese.
→ Siehe auch: Wanderfalke Battert – Uhu ist kein Gegenargument
Additive Belastung statt Ausrede
Naturschutzfachlich zählt nicht ein einzelner Faktor, sondern die Summe der Belastungen. Wanderfalken reagieren empfindlich schon in der Balzphase ab Dezember. Kletterlärm, Besucherdruck, touristische Nutzung und potenzielle Prädatoren wirken gemeinsam. Diese additive Wirkung ist in der Fachliteratur gut dokumentiert (NABU Wanderfalke – Bedrohungen).
Das grüne Image des DAV
Der DAV gibt sich nach außen umweltfreundlich. Doch im Kern ist er eine Interessenvertretung für Kletterer. Gutachten werden selbst beauftragt, die Argumentation fokussiert auf Faktoren, die die Rolle des Klettersports verharmlosen. Dieses Vorgehen ähnelt Greenwashing: Naturschutz als Fassade, Lobbyarbeit im Hintergrund.
→ Vertiefung: Schluss mit Ausreden – Ganzjahresschutz nötig
Warum nur Ganzjahresschutz wirkt
Eine saisonale Sperre greift zu spät. Bereits in der Vorbalz reichen Störungen aus, um Bruten scheitern zu lassen. Nur ein Ganzjahresschutz garantiert, dass Wanderfalken langfristig überleben und die Region Bad Herrenalb ihr Naturkapital bewahrt.
→ Beispiel für erfolgreichen Schutz: Uhu in Bad Herrenalb – Erfolgsgeschichte
Fazit
Die Argumentation des DAV stützt sich auf Hypothesen, nicht auf harte Beweise. Die Realität am Battert zeigt: Mehrere Faktoren belasten die Wanderfalken, Klettern eingeschlossen. Wer Naturschutz ernst meint, muss konsequent sein: Ganzjahressperre statt Ausreden.