Rote Burgunder 2019 kaufen, unser Rat

Roten Burgunder 2019 kaufen

Der Jahrgang 2019 in Burgund wurde bereits im Dezember von einigen Testern als ein weiterer Jahrhundertjahrgang angepriesen. Dem würde ich nicht zustimmen, 2019 ist eher ein Jahrgang, der zeigt, in welche Richtung der Klimawandel Burgund verändert und wie die Winzer mit den Herausforderungen des Klimawandels zurechtkommen.

Wahrscheinlich muss man sich als erstes die Frage stellen, was ich im Burgund suche. Reichhaltige, körperreiche Weine mit mittlerer Säure, dann sind die 2018er und 2019er Jahrgänge und der kommende 2020er Jahrgang definitiv interessant. Für diejenigen, die einen eher zurückhaltenden Burgunderstil mit mehr Säure und weniger reifen Fruchtnoten suchen, sind 2017 und 2014 wahrscheinlich interessanter und in Anbetracht der Klimaveränderung könnte eine Rückfüllung eine Option sein.

Preise

Die meisten Kunden neigen dazu, sich von den exorbitanten Preisen blenden zu lassen, die für vielleicht 3-5% der produzierten Weine verlangt werden und vergessen dabei, dass das Burgund zwischen 15€ und 50€ eine Menge zu bieten hat. Der Markt für bestimmte Erzeuger und Grand Crus ist unersättlich und das spiegelt sich im Preis wider, wer solche Weine jagt, muss bereit sein, den Tarif zu zahlen. 

In Burgund hatten die Erzeuger in der Vergangenheit Schwierigkeiten, reife Trauben zu ernten, jetzt hat das Pendel ins andere Extrem umgeschlagen, Überreife und hohe Alkoholwerte sind jetzt das Problem. Einige Erzeuger haben im Jahr 2020 16°/l verzeichnet. Was eine negative Seite hat, hat auch eine positive Seite. Appellationen und Lagen, die in der Vergangenheit Probleme hatten, die Reife zu erreichen, profitieren. Wenn man nicht auf die Trophäenweine der begehrtesten Appellationen fixiert ist, produzieren Appellationen und Lagen, die in der Vergangenheit unterdurchschnittlich abschnitten, jetzt richtig gute Weine zu interessanten Preisen. Statt nach Vosne Romanée, Chambertin etc. zu schauen, sollte der Verbraucher eher an Marsannay, Savigny Les Beaune, Monthelie oder die Côte Chalonnaise denken.

Auch in bekannten Appellationen ändert sich die Dynamik. In Pommard und Vougeot beispielsweise brachten in der Vergangenheit die oberen Lagen bessere Weine hervor, die unteren Lagen waren tendenziell zu kühl und der Boden zu feucht. Das hat sich geändert, beim Kauf werden solche Lagen immer interessanter.

Was man kaufen sollte.

Wieder ist die Frage, was man sucht. Für das sofortige Trinken (ja, es ist nicht mehr notwendig, Burgunder lange zu kellern, bevor sie getrunken werden können, die Tannine in den Weinen sind weicher und geschmeidiger) würde ich Bourgogne Rouge von Top-Produzenten und Village-Weine aus weniger bekannten Appellationen wählen. Top-Produzenten geben sich viel Mühe mit ihren Einstiegsweinen, diese sind in der Regel leichter zu bekommen und man kann oft Mengen kaufen. Diese Weine zeigen den unverkennbaren Stil des Erzeugers und der Preis im Verhältnis zur Qualität ist oft umwerfend. 

Dorfweine wie Chassagne Montrachet, Savigny les Beaune, Pernand-Vergelesses oder Marsannay, um nur einige zu nennen, sind in der Regel preisgünstig und bieten einen genaueren Hinweis auf den Charakter einer Appellation und den Stil eines Erzeugers als ein Burgunder Rouge. 

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass der Burgunder am Anfang offen und fruchtig ist, irgendwann wird er sich schließen. Das bedeutet nicht, dass die Weine fertig und nicht mehr trinkbar sind, sie machen diese Phase durch und nach ein paar Jahren öffnen sie sich und entwickeln wirklich interessante Aromen. Robert Parker hat das nie verstanden.

Man muss keinen teuren Burgunder kaufen, um ihn zu kellern. Ich habe Flaschen gehabt, die 20 € oder weniger gekostet haben, und nach zehn Jahren haben sie gesungen. 

Premeir Crus und Grand Crus

Ich persönlich würde diese zum Einkellern oder als Investition kaufen. Premeir Crus brauchen je nach Lagerbedingungen mindestens zehn Jahre und hier spielt auch der Jahrgang eine Rolle. Bei Grand Crus würde ich mit 15 bis 20 Jahren rechnen, bis sie ihr Potenzial zeigen. Ich weiß, dass viele dieser Weine zu früh getrunken werden; das ist schade, denn dann verpasst man das, was an diesen Burgundern so magisch ist.

Weine als Investition sind nicht für jeden geeignet. Wenn man investiert, sind Erzeuger, Jahrgang und - ich hasse es zu sagen - Punkte wichtig.

Wir haben zahlreiche interessante, aufstrebende Produzenten in unserem Sortiment. Zögern Sie nicht, uns um Rat zu fragen.