Côte Chalonnaise 2019

Im Laufe der Jahre habe ich eine Reihe von Weinen von der Côte Chalonnaise getrunken, ohne mich wirklich für sie zu begeistern. Bei einem Besuch in Burgund empfahl mir ein Sommelier im Caveau du Chassagne Montrachet, einen weißen Rully von P & M Jacquesson zu probieren. Der Wein war fantastisch und kostete zu der Zeit nur 17 €. Am selben Abend sprach ich mit dem Patron des Hotels, in dem ich wohnte, und er empfahl mir Sarrazin in Givry. Er erklärte, dass die Weine der Côte de Beaune und der Côte de Nuits für viele Einheimische zu teuer geworden seien und sie vor allem in der Côte Chalonnaise nach bezahlbaren Alternativen suchen würden. Dies deckte sich mit den Aussagen des Sommeliers, immer mehr einheimische Kunden suchten nach günstigeren Alternativen zur Côtes de Nuits oder Côte de Beaune. Die Erzeuger verdienten mehr Geld und könnten investieren und im Gegenzug steige die Qualität.

Jasper Morris schreibt in Inside Burgundy, in der Côte Chalonnaise gäbe es keinen herausragenden Produzenten,der als Lokomotive für die Region fungieren würde. Das ist vielleicht ein Vorteil für den Kunden, die Preise sind in den letzten Jahren gestiegen, aber im Verhältnis zur Qualität ist das akzeptabel.

2018 war ein fantastisches Jahr für die Chalonnaise, 2019 nicht so. Durch den Frost am 5. April und dann eine extreme Trockenperiode zwischen Ende Juni und Anfang September ging ein Großteil der Ernte verloren. Dies sind die Zahlen von P&M Jacqueson

Rully Blanc : moins 40%

Rully 1er Crus Blancs (Margotés, Raclot, Grésigny): weniger als 45%

Rully 1er Cru la Pucelle: weniger als 60%

Rully 1er Cru Cloux: weniger als 50% 

Mercurey Grillots Blanc + Grillots rouge + Mercurey les Vaux : weniger als 70%

Tous les autres rouges, Mercurey 1ers Crus, Rully Village, Préaux = weniger als 35%

Die Qualität der Weine ist aber genauso gut wie 2018, vielleicht einen Tick tanninhaltiger und nicht so offen in der Anfangsphase. Ich denke, mit etwas Lagerung und wenn der Babyspeck weg ist, werden dies bemerkenswerte Weine sein. Leider ist die Menge begrenzt, daher würde ich Interessenten raten, nicht zu lange zu warten

https://www.assaggi-weinhandel.de/burgund/producers/michel-sarrazin-et-fils/

https://www.assaggi-weinhandel.de/burgund/producers/p-m-jacqueson/