Champagner aus der Sicht eines Anfängers verständlich machen

Degorgierung

Das Datum der Degorgierung und der Zeitpunkt des Trinkens. Beim Degorgieren wird die tote Hefe nach der zweiten Gärung entfernt, der Champagner wird mit der richtigen Dosage aufgefüllt und der Korken wird angebracht. Dieses Datum ist vor allem für die ersten zwei Jahre nach dem Degorgieren wichtig. 

Es findet ein Prozess namens Maillard-Reaktion statt, der die komplexen Aromen hervorbringt, die man mit Champagner assoziiert, wie z.B. Brioche- oder Patisserie-Aromen. Wenn ein Champagner eine Dosierung von 3g/l + hat, würde ich dringend empfehlen, mindestens zwei Jahre zu warten, da sich der Champagner dann deutlich weiterentwickelt und tiefer und komplexer wird. 

Aufgrund des Klimawandels werden die Sommer jedoch heißer, und wo die Erzeuger in der Vergangenheit die Trauben nicht reifen ließen, verändert sich die Situation jetzt ins Gegenteil. Die Trauben erreichen jetzt ihre volle Reife. Das bedeutet, dass die Dosierung reduziert werden kann, und um den Champagner zugänglicher zu machen und die Säure abzumildern, wird die Malolaktik zugelassen. Auch die Menge des verwendeten Schwefels wird reduziert.

Diese Champagner haben einen weinigen Charakter und reifen aromatisch eher wie ein Wein als ein Champagner. Auch die Dosage und der Schwefel spielen eine große Rolle dabei, Champagner alterungsfähig zu machen. 

Ich empfehle Ihnen, beim Kauf von Champagner, der länger als 10 Jahre reifen soll, auf die Dosierung zu achten. Ich bin skeptisch, was die Alterungsfähigkeit von Champagner mit geringer oder ohne Dosage angeht. Es gibt Ausnahmen, wenn der Erzeuger auf Reife setzt, ein gutes Beispiel dafür sind Vouette et Sorbée und Agrapart.

 

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