Agraparts Venus 2017: Ein ganzheitlicher Ansatz zur Champagnerverkostung

Vor zwei Jahren nahm ich an einer enttäuschenden Blindverkostung teil. Der Gastgeber wollte Punkte zum Thema Terroir beweisen. Für mich überlagerte dieses wettbewerbsorientierte Umfeld die wahre Essenz des Genusses von Wein oder Champagner.

Das Problem mit der Blindverkostung

Die traditionelle Blindverkostung legt den Fokus auf Analytik statt auf den Genuss. Bei dieser Methode werden Weine seziert anstatt genossen, ähnlich wie wenn man ein Gedicht als Rätsel behandelt.

Die Idee der instinktiven Verkostung

Später entdeckte ich das Konzept der ganzheitlichen Verkostung, das die emotionale Reaktion gegenüber der analytischen Zerlegung betont. Dieser Ansatz ermöglicht eine offenere Diskussion über Vorlieben, ohne dass eine Rechtfertigung notwendig ist.

Fallstudie: Eine Verkostung in Augsburg

Kürzlich leitete ich eine Champagnerverkostung in Augsburg mit Teilnehmern, die exzellente Verkoster, aber keine Champagnerexperten waren. Wir begannen mit zwei einführenden Blanc de Blancs, bevor wir Agraparts Venus 2017 einführen. Ich vermied es absichtlich, die Teilnehmer mit Vorwissen über den Champagner zu beeinflussen.

Beobachtungen

Der Venus hob sich deutlich in Qualität und Substanz im Vergleich zu den vorherigen Verkostungen ab. Die meisten Teilnehmer konnten instinktiv die hohe Qualität des Venus erkennen, obwohl sie nichts über Agrapart wussten. Interessanterweise zogen zwei Teilnehmer die ursprünglichen Champagner vor, die sie als puristischer empfanden.

Schlussfolgerung

Vorurteile, sei es in Bezug auf Preis oder Ruf, können die Wahrnehmung eines Weines oder Champagners potenziell verändern. Ein ganzheitlicher Ansatz kann solche Vorurteile entfernen und eine reinere Wertschätzung des Getränks ermöglichen.